DER RUF DES WELTMARKTS

Schritt für schritt visionär.

Die Chance, in den Markt für Schiffsausstattung einzusteigen, kam unerwartet. Gerade erst hatte unser Unternehmen den Auftrag zur Innenausstattung des Hotels Louis C. Jacob in Hamburg erfolgreich durchgeführt, da wurden wir zur Ausschreibung für die Ausstattung der MS Deutschland eingeladen. Der Rest ist Geschichte: Das Schiff erlangte später als „Das Traumschiff“ Bekanntheit. Und wir verlagerten unsere Aktivitäten auf die See.

Aufbruch OsT

Doch der Reihe nach. In den 1990er Jahren öffnete sich der osteuropäische Markt. Die herrschende Aufbruchsstimmung wollten wir, nach einer Reihe exklusiver Hotel- und Objekteinrichtungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz, zur Expansion nutzen. Doch der Konkurrenzdruck war zu dieser Zeit intensiv, wir waren auf der Suche nach einer Nische. Und fanden sie, mit dem Fokus auf höchste Qualität. Binnen kurzer Zeit erwarben wir mit einer Reihe namhafter Projekte, darunter das Hotel Kempinski in Moskau, das LIM Center in Warschau, das Marco Polo Hotel in St. Petersburg sowie das Hotel Louis C. Jacob in Hamburg, den Ruf eines Top-Innenausstatters an Land.

Was einfach klingt, war in dieser Zeit mit einer Reihe großer Herausforderungen verbunden. Der technische Standard der Kommunikation war mit dem heutigen in keiner Weise vergleichbar. Was wiederum den Projektteams in Österreich ein hohes Maß an Flexibilität abverlangte. Die Globalisierung steckte noch in ihren Kinderschuhen und die politische Lage während der Perestroika und im postsowjetischen Russland war für Westeuropäer nicht immer einfach.

1991/1992

Für das Hotel Kempinski in Moskau waren wir rund vier Monate am Stück mit einem kleinen Projektteam vor Ort. Herausfordernd war neben dem Umfang des Auftrags vor allem der geforderte Standard, der anspruchsvoller war als bei unseren bisherigen Hotelprojekten. Hier war Handwerk und Detailarbeit gefragt, da es viele Einlegearbeiten (Intarsien) gab.

1992

Der Umbau des Hotel Louis C. Jacob in
Hamburg zu einem Luxushotel erstreckte
sich über mehrere Gebäude – so wurden neben dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden bestehenden Hotel weitere Bauten zugekauft und ein zusätzlicher Hotelkomplex neu errichtet. Hinzu kam, dass fast das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz stand.

Trotz mancher Herausforderungen schlossen unsere Teams ein internationales Projekt nach dem anderen erfolgreich ab. Wendepunkt war das Hotel Louis C. Jacob, vergleichbar mit dem Hotel Sacher in Wien. Der Auftraggeber war sehr zufrieden und führte uns zum Projekt MS Deutschland, bei dem wir mit der Kabinengestaltung und Innenausstattung unterschiedlichster Bereiche des Kreuzfahrtschiffs beauftragt wurden.

Man könnte sagen, unser Einstieg als österreichisches Unternehmen in den Markt für Luxusausstattungen im Schiffsektor passierte zufällig. Wir sagen, es hat sich schlicht eins ins andere gefügt. Wie ein Puzzlestein an den anderen, wie ein Werkstück an das andere. Aber es galt auch, schnell neu- und umzudenken. Unternehmungen zu Wasser folgen nämlich gänzlich anderen Vorgaben als solche an Land. So spielen zum Beispiel die beiden Bereiche Brandschutz und Gewichtskontrolle eine wichtige Rolle und unterliegen spezifischen Anforderungen. Die Organisation und Koordination der zahlreichen Protagonisten sind umfangreicher, die technischen Herausforderungen komplexer.

Der MS Deutschland folgten rasch weitere Aufträge für Innenausstattungen auf Schiffen der AIDA- und DISNEY-Flotte sowie einiger Superfast-Fähren.

1996

Bei der Ausschreibung für die Innenausstattung der MS Deutschland konnten wir mit unserer Erfahrung aus verschiedensten Projekten in der gehobenen Hotellerie punkten und setzten so mit dem „Traumschiff“
unser erstes Projekt „zu Wasser“ um.

2000-2002

Damals noch ein Newcomer im maritimen
Bereich, wurden wir mit der Erstausstattung der 196,35 Meter langen The World – Residences at Sea beauftragt. Mit Qualität, Umsetzungs- und Durchhaltevermögen konnten wir überzeugen und so verbindet uns heute eine langjährige Partnerschaft mit dem Schiff.

GRoßprojekt …

Binnen kurzer Zeit etablierten wir uns als qualitätsbewusster Anbieter für die gesamte Projektabwicklung. Der Schritt in unbekanntes Terrain, weg vom Hochbau, hatte sich gelohnt. Mehr noch, mit unserem Know-how in der Planung und Vormontage waren wir Impulsgeber für die gesamte Branche. Kompetenzen, welche wir im Fall der The World – Residences at Sea zur Geltung bringen konnten. Dieses Projekt ist in jeder Hinsicht ein Meilenstein unserer  Firmengeschichte. Bei dem größten als Privatresidenz ausgestatteten Schiff der Welt waren wir von Anfang an dabei und übernahmen die Komplettabwicklung der Innenausstattung für alle privaten Apartments und Suiten sowie für verschiedene öffentliche Bereiche. Das führte dazu, dass wir in Österreich, fern der Ozeane, Musterzimmer aufbauten, um sie mit Designern und künftigen Eignern zu besprechen. 2003 stach die The World in See. Seither haben wir über 320 Refits abgewickelt, von kleinen Renovierungen und Neumöblierungen bis hin zu kompletten Umbauten und Erneuerungen. Bis heute ist die The World das umsatzstärkste Projekt unserer Firmengeschichte.

Luxusyacht …

Noch während wir mit der The World beschäftigt waren, deutete sich ein weiterer Wendepunkt an. Ende der 1990er Jahre statteten wir mit der MY Al Salamah erstmals eine Yacht aus. 139 Meter misst die MY Al Salamah und zählt somit bis heute zu den größten Superyachten der Welt. Kurz darauf traten wir mit der 63 Meter langen MY Lady Lola erstmals als Turn-Key-Innenausstatter im Luxus-Segment auf. Dass die Yacht während der Monaco Yacht Show 2002 präsentiert wurde und ihren Ankerplatz direkt vor dem Messestand von List GC hatte – war ein weiterer glücklicher Zufall. So stand sie uns während der Messe als überzeugendes Referenzprojekt beinahe exklusiv zur Verfügung.

… & Segel-Legende

Yacht-Neubauten sind eine Klasse für sich. Ein Refit ebenso, es erfordert Flexibilität und ein besonderes Gespür für Handwerk und Technik. So wie im Fall der SY Sea Cloud I aus dem Jahr 1931. Die 110 Meter lange Segelyacht hatte einen Brandschaden erlitten und ging 2003 in Kroatien für die Reparatur vor Anker. Mit einem Team von zehn Personen waren wir zwölf Monate lang im Einsatz, um das Interieur wiederherzustellen – und auf den letzten Stand der Technik zu bringen. Teilweise mussten Decken rekonstruiert, ergänzt und mit Gold veredelt werden. Es sind, wie so oft die Details, die den Gesamteindruck bestimmen.

2003

Nach einem Brandschaden auf der SY Sea Cloud I wurden wir 2003 mit unserem ersten Refit beauftragt. Aus der ursprünglichen Anforderung, kleine Reparaturarbeiten durchzuführen, wurde schnell ein umfangreiches Projekt: Ein Team von zehn Personen war rund ein Jahr im Einsatz, um nicht nur die Rekonstruktion der beschädigten Bereiche sondern auch verschiedenste Renovierungen und Modernisierungen umzusetzen.

2008

Der Wunsch des Eigners war es, mit der MY Alfa Nero neue Maßstäbe im europäischen Luxusyachtbau zu setzen – und das gelang auch. Die 82-Meter Luxusyacht repräsentiert spektakuläres Engineering, ambitioniertes Design und hochwertige Handwerkskunst und zählt auch heute noch zu den außergewöhnlichsten Yachten der Welt.

Ob MS Deutschland, The World, MY Al Salamah, MY Lady Lola oder eben SY Sea Cloud I – sie alle markieren Meilensteine in unserer Unternehmensgeschichte. Und sind doch nur ein Bruchteil aller unserer abgeschlossenen Projekte. Gemeinsam stehen sie für den Mut, sich auf neue Herausforderungen einzulassen, Visionen zu formulieren, zu verfolgen und umzusetzen. So wie jedes einzelne Projekt für sich einzigartig ist und uns an Erfahrung, Können und Ideen reicher macht. 

Unsere langjährigen Partner, renommierte Werften im europäischem Raum, schätzen zudem unsere Handschlagqualität. So haben wir uns als Top-Innenausstatter im Luxussegment erfolgreich etabliert. Zufrieden geben wir uns damit freilich nicht. Unser Pioniergeist treibt uns weiter dazu an, Wissen, Fertigkeiten und neueste Technologien miteinander zu vereinen. Um für unerwartete Chancen bereit zu sein. Oder auch um beste und gleichbleibende List GC Qualität zu garantieren.