Wir haben dazu Managing Director Christian Bolinger befragt. Seit Ende 2020 verantwortet er im Team der Geschäftsführung von List GC die Bereiche Sales, Manufacturing und Project Calculation.
Was hat sich bei List GC in diesem Jahr getan? Welche Trends & Entwicklungen lassen sich für das kommende Jahr erkennen und was bedeutet das für List GC?

Corona hat für zahlreiche Unternehmen vieles von Grund auf verändert. Auch bei List GC?
Ja, seit einem Jahr beschäftigt uns Corona nun schon. In diesem Zeitraum haben wir bei List GC viele Herausforderungen gemeistert und unsere Prozesse teilweise ganz neu aufgesetzt. Gerade in den Wochen der Pandemie, als Grenzschließungen, Lockdown und allgemeine Verunsicherung herrschten, haben wir uns recht schnell auf die neuen Gegebenheiten eingestellt. Wir haben alte Routinen durch neue Arbeitsabläufe ersetzt, und unsere Prozesse optimiert. 

Zum Beispiel, indem unsere Projekt- und Vertriebsteams, anstelle auf Reisen zu gehen, nun vermehrt virtuelle Meetings abhalten. In einer Branche, wo persönliche Treffen an der Tagesordnung waren, zu Beginn eher ungewohnt.

Zum Beispiel, indem unsere Projekt- und Vertriebsteams, anstelle auf Reisen zu gehen, nun vermehrt virtuelle Meetings abhalten. In einer Branche, wo persönliche Treffen an der Tagesordnung waren, zu Beginn eher ungewohnt.

Oder indem wir, wo machbar, auf lokale Lieferanten setzen, um logistische Hürden wie Grenzschließungen zu umschiffen und dadurch Zeit und Kosten zu sparen. Wir waren in der Lage, pünktlich, zuverlässig und in der erwarteten Qualität zu liefern, trotz aller Umstände. Eine tolle Leistung des ganzen Teams.

Wie ist die aktuelle Lage in der Superyacht Branche allgemein?
Noch ist die Pandemie nicht vorüber, aber wir sind trotzdem sehr zuversichtlich. Es hat sich in diesem Jahr deutlich gezeigt, dass Luxusyachten als langfristig geplante Projekte weitgehend konjunkturunabhängig sind. Wir beobachten, dass die Nachfrage nach neuen Superyachten steigt, die Auftragslage der internationalen Werften ist sehr gut. Das stimmt uns als Innenausstatter und Zulieferer natürlich positiv. Die oftmals langjährige Zusammenarbeit mit vielen unserer Kunden sowie die Tatsache, dass wir als vertrauensvoller und zuverlässiger Partner agiert haben, hat dazu beigetragen, dass wir gut durch die letzten Monate gekommen sind und aktuell in diesen herausfordernden Zeiten trotzdem auf solider wirtschaftlicher Basis agieren können.

Das heißt, es bleibt alles beim Alten?
Im Gegenteil, die Branche ist aktiv, innovative Lösungen sind immer gefragt. Etwa im Bereich Exterior Furniture. Es gibt einen deutlichen Trend hin zu neuen, erweiterten Lebenszonen an Bord. Das Design geht weg von klar abgegrenzten Räumen hin zu fließenden Übergängen. Die Verbindung zwischen Innen und Außen wird immer wichtiger. Wir sehen Interior Designer, die daher auch bewusst Teile des Exteriors miteinbeziehen. Somit ändern sich auch die Anforderungen für die Ausstattung an Deck. In der Planung und Auswahl der Materialen müssen auch die externen Einflüsse miteinbezogen werden. Wir können hier unser Know-how und handwerkliches Geschick gut einbringen. Nahtlose Kompatibilität und der optimale Einsatz hochwertiger Materialen im Außenbereich, wo sie Salzwasser und Witterung ausgesetzt sind, zählen zu unseren Stärken. So sind wir für dieses wachsende Geschäftsfeld optimal aufgestellt.

© Francisco Martinez

Welche weiteren Entwicklungen sind noch zu beobachten?
Als weiteren Trend in der Branche sehen wir ganz klar das Thema Nachhaltigkeit. Aktuell spielt diese im Yachtbereich derzeit am ehesten bei den Antriebsarten, beim Klima- oder Abfallmanagement eine Rolle. Umso wichtiger ist es, dass wir in unseren Arbeitsabläufen, in unseren Zugängen und in unserer Produktion bereits weiter und nachhaltig denken, vorausblickend handeln und unseren Beitrag leisten. So, wie wir das bereits mit dem Einsatz von Photovoltaik in unseren Betriebsgebäuden in Bad Erlach umsetzen. Genauso, wie wir Verschnittmaterialien, anstatt sie zu entsorgen, für die Ausbildung unserer Lehrlinge nutzen, wir Know-how für die Arbeit an nachhaltigen Oberflächen aufbauen, oder indem wir unsere Prozesse vom Engineering bis zur Projektabwicklung a priori effizienter aufsetzen, um den logistischen Aufwand zu reduzieren und so unseren ökologischen Fußabdruck verbessern.

Außerdem hat die Pandemie, so kann man wohl sagen, unseren Blick für das Wesentliche geschärft: die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Zusammenhalt und die Verantwortung füreinander.